Projekt Schreibtisch

Modular, abriebfest, stabil, schick, groß, angepasst und vor allem langlebig, langlebig, langlebig.

Das sind Attribute, die ich aus idealistischer Sicht mit einem Schreibtisch in Verbindung bringe. Man könnte diese Dinge auch als Anforderungen bezeichnen. Auf jeden Fall würde ich behaupten, dass mein vor knapp 8 Jahren beim schwedischen Möbelgiganten gekaufter Schreibtisch aus mehr-oder-weniger-Holzmaterial den Belastungen meines Computeralltags auf Dauer nicht gewachsen ist. So lösten sich bereits die Umleimer und die dünne Beschichtung der Laminierung rieb sich mit der Zeit immer stärker ab. 8 Jahre… – werden einige sagen – ist doch eine gute Lebensdauer für einen Schreibtisch. Manche Menschen kaufen nach dieser Zeit bereits einen neuen allein aus ästhetischen/modischen Gründen. Ja, aber… – erwidere ich. Das mag sein! In meiner persönlichen Entwicklung in Bezug auf unser Umfeld – und damit meine ich die Art und Weise, mit Gütern umzugehen – hat sich eine Unzufriedenheit entwickelt. Dieser Ärger entbrannte mehrfach im Zusammenhang mit Produkten, für die eine (für mich) zu kurze Lebensdauer vorgesehen war, da sie die von mir geforderten Attribute/Eigenschaften/Anforderungen nicht erfüllen konnten. Jaja, wer billig kauft, kauft zwei Mal…, aber ich war jung und hatte das Geld nicht. 🙁

Um wieder den Bogen zu meinem Schreibtisch zu bekommen: Die Idee, einen eigenen Schreibtisch zu konstruieren und zu bauen, ist nicht neu. Wie so oft bei mir, reifen Projekte über Jahre bis zu einem Punkt, an dem es an die Umsetzung geht. Beim Schreibtisch war es so, dass mein alter Eck-Schreibtisch (in entsprechendem Verschleißzustand) nicht mehr in der Ecke stehen sollte und eine Sperrmüll-Abholung angemeldet war. Da dachte ich mir: Verbinde ich Ärger mit Gelegenheit und ziehe das Projekt Schreibtisch vor. Gesagt, getan.

Grundsätzlich waren die Materialien des Schreibtisch schon lange vorbestimmt. Das Untergestell soll aus Maschinenbauprofilen aus Aluminium bestehen, da modular, superstabil und individuell gestaltbar und die Platte aus Naturstein, genauer gesagt aus ‚Nero Assoluto‘, der Markenname für eine schwarze Gesteinsart (Gabbro, um genau zu sein). Eigenschaften, wie Abriebfestigkeit und Ästhetik werden Natursteinen zugesprochen. Ungeachtet dessen, hatte ich schon immer ein Faible für Natursteine. 😉

Eine frei schwebende Plattenkontruktion verwarf ich, nachdem mir das Preisangebot für die notwendigen großen Unterbauprofile genannt wurde. So speckte ich die Konstruktion auf ein „normales“, umlaufend abgestütztes Gestell ab und sparte die Hälfte der Kosten. In meinem Pfingsturlaub sollte der Zusammenbau dann erfolgen. Für die Lieferung der Profile wurde mir eine flotte Lieferzeit versprochen. Für die Steinplatte wird wohl noch etwas mehr Zeit notwendig sein, der örtliche Naturstein-Fritze lässt auf sich warten…


Nun, das erste Angebot für die Platte liegt vor. 880,-€ ohne Lieferung! Das ist mir zu viel. Ich habe weitere 6 Angebote aus der Region angefordert und am selben Tag bekam ich einen Anruf von einem sympathischen Natursteinhändler. Dieser offerierte mir ein DEUTLICH attraktiveres Angebot. Mal schauen, ob die anderen das „überbieten“ können.


Mittlerweile habe ich die Platte beim o.g. sympathischen Natursteinhändler bestellt. Preis: 660,-€ inkl. Lieferung. Die Lieferzeit beträgt 2 – 3 Wochen. Die Spannung wächst! Das Untergestell baue ich derzeit nach und nach auf. Ich wechsle dabei örtlich zwischen Keller (Profile mit Tischbohrmaschine bohren) und Wohnzimmer (Profile zu einem Ganzen verbinden).


Die Platte kam bereits nach 2 Wochen, was mich sehr gefreut hat. Nach ein wenig Ausrichtarbeit auf das Gestell sitzt sie seither unverrückbar auf ihrem Platz. Ich machte mich unmittelbar danach an das Herrichten des Arbeitsplatzes. Es mussten Kabel und Geräte entstaubt und auf dem neuen Schreibtisch angeordnet, die Kabel auf der Rückseite zusammengeführt und an den Profilen entlang gelegt sowie wieder richtig an die vielen Geräte angeschlossen werden. Der erste Moment des Anschaltens nach Neuaufbau ist immer der spannendste, aber es lief gut. Nach ein paar kleinen Korrekturen war ich zufrieden. Für die totale Vollendung werde ich noch eine Schreibtischunterlage aus Kork entwerfen und mit einer Schablone anpassen. Diese hat den Zweck, die Steinplatte zu schonen, aber vor allem, eine weichere Armauflage zu ermöglichen und den Geräuschpegel von Maus und Tastatur zu verringern. Außerdem möchte ich noch ein bisschen die Ergonomie verbessern, was mindestens die Anschaffung einer Vertikalmaus erfordert und vielleicht auch eine ergonomische Tastatur, aber da bin ich mir noch nicht so sicher. Die Armlehnen meines Stuhls werde ich noch etwas kürzen, damit ich näher an die Platte rücken kann.

In Summe ein schnelles und tolles Projekt. Natürlich auch kostspielig, aber Geld ist nur Geld. Wenn der Schreibtisch seinen angedachten Zweck lange erfüllt, ist sogar Geld gespart und jede Schreibtischarbeit macht sehr viel Spaß, vom Stolz ganz zu schweigen. Das Umsetzen eigener kleinen Träume ist mit Geld nicht aufzuwiegen!

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1 Kommentar

  1. Johne407

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