Ursprünglich als Astro- und Sonnenaufgangs-Fotospot am höchsten Berg der Vogesen (Grand Ballon) geplant, waren doch mehr Unwägbarkeiten zu überwinden, unter anderem den dichtesten Nebel meines bisherigen Lebens sowie starker Sturm, der es einem Fotografierenden unmöglich macht, gute Fotos herzustellen.

Nach einem arbeitsreichen Tag ging es um 23 Uhr los. Ich schnappte mir ein Carsharing-Auto und fuhr in die Hochvogesen. Kurz vorm Gipfel des Grand Ballon wurde der Nebel immer dichter und so konnte ich kaum noch die Rehe und Füchse erkennen, die vor mir die Straße kreuzten. Die Sicht betrug weniger als 5 Meter. Ich schlich mit dem Auto den Berg hinauf und hoffte, dass es auf dem Gipfel klar ist, aber Fehlanzeige.

Um 1 Uhr stellte ich das Auto zum Parken ab und sinnierte über das weitere Vorgehen, während ich entmutigt in den dichten Nebel blickte. Wäre das aus fotografischer Sicht nicht schon schlimm genug, wehte ein starker Wind und die Pflanzen, die man sehen konnte, bogen sich hin und her.

Ich klappte den Autositz nach hinten und legte mich schlafen, um mich pünktlich vor dem Sonnenaufgang von meinem Handy wecken zu lassen. Vielleicht hat sich ja bis dahin der Nebel verzogen und der Sturm gelegt.

Es wurde kälter und auf den sowieso nicht sehr bequemen Autositzen war an erholsamen Schlaf nicht zu denken. Um 5 Uhr war die „Aussicht“ aus dem Fenster die exakt gleiche als 4 Stunden zuvor und so entschied ich, mein Glück auf einem der benachbarten Berge zu versuchen und rollte wieder vom Gipfel des Grand Ballon runter.

Ich entschied mich für den Ballon d’Alsace, welcher nicht ganz so hoch, aber fotografisches Potenzial zu besitzen schien. Tatsächlich: Kein Nebel! Aber: Auch hier Sturm! Ich zog es durch und stapfte einige Höhenmeter vom Parkplatz zum Gipfel, auf dem der Wind noch eine Schippe drauf legte.

Hin und Her irrend suchte ich nach einem geeigneten Fotomotiv, welches möglichst windgeschützt lag. Richtig fündig wurde ich nicht und als die Sonne schon über die Hügel der Vogesen lugte, platzierte ich mein Fotostativ und nahm einige Fotos auf.

Insgesamt nicht zufrieden mit der fotografischen Ausbeute, wählte ich dennoch einen Favoriten, welchen es hier zu bestaunen gibt.